"    Integration, soziale (  soziale Integration  ) \n  Der Ausdruck  soziale Integration  ist terminologisch nicht festgelegt und wird infolgedessen in verschiedenen Bedeutungen verwendet. Dem Wortsinne nach bedeutet er ursprünglich (lat.) \"Wiederherstellung, Erneuerung\"; gegenwärtig wird er meistens i.S. von Eingliederung, Anpassung, Angleichung usw. verwendet. Diese Vieldeutigkeit macht ihn – jedenfalls gegenwärtig – als wissenschaftlichen Begriff untauglich. Wo er verwendet wird, muß seine je besondere Bedeutung eigens ermittelt werden. Gelegentlich taucht der Ausdruck  soziale Integration  als Name für einen begrenzten Sachverhalt auf, so z. B. für die Integrierte Gesamtschule (Schule) zur Bezeichnung der Aufgabe gemeinsamer Unterrichtung aller Schüler eines Jahrgangs in einer einzigen Schulform; in der Jugendarbeit zur Bezeichnung einer bestimmten Konzeption ; in der Interaktionsforschung zur Bezeichnung eines bestimmten Verhaltens- oder Gruppenstils (sozialintegratives Verhalten). Das gemeinsame Merkmal derart verschiedenartiger Verwendung verweist indessen auf ein wichtiges Problem: Was geschieht mit Individuen und Gruppen unterschiedlicher soziokultureller Herkunft und/oder unterschiedlicher psychosozialer Kompetenz, wenn sie in einem größeren sozialen Kontext (Schule, Stadtquartier, Region, Heim usw.) zusammentreffen; und was geschieht mit der sozialen Struktur dieses Kontextes? Soziale Integrationsprobleme tauchen demnach immer dann auf, wenn überlieferte oder erzwungene Formen sozialer Segregation aufgegeben werden. \n   \n      Literatur: P. Berger/Th. Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Frankfurt/M 1970 ; H. Gerth/C. W. Mills: Person und Gesellschaft, Frankfurt/M 1970 ; H.-G. Rolff (Hrsg.): Strategisches Lernen, Reinbek 1974 . \n    "